Medienmitteilung Toggenburger Tagblatt 24.04.2026
Steiler Weg zum perfekten Ton
«Wir sind noch lange nicht dort, wo wir sein müssten. Aber wir haben noch vier Wochen Zeit.» Das sagt Josef Meienhofer zum Aufgabenstück, das die Musig Lenggenwil am Eidgenössischen Musikfest (EMF) in Biel vortragen wird. Meienhofer ist 76-jährig und seit 36 Jahren Dirigent des Lenggenwiler Vereins. Davor spielte er seit seinem elften Lebensjahr im Verein das Flügelhorn. Er ist leidenschaftlicher Blasmusiker. Auf Ende Jahr gibt er den Taktstock ab.
Das Eidgenössische Musikfest, das vom 14. bis 17. Mai stattfindet, ist für Josef Meienhofer als Dirigent der letzte Grossanlass – und zugleich ein besonderer: Vor genau 50 Jahren nahm er erstmals als Dirigent an einem Eidgenössischen teil, ebenfalls in Biel. Damals leitete er die Musikgesellschaft Tägerschen-Tobel.
Eidgenössische Musikfeste werden seit 1864 durchgeführt, seit 1966 in einem regelmässigen Fünfjahresrhythmus. Für 2021 war ein Fest in Interlaken geplant, das jedoch aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Für viele Blasmusikvereine in der Schweiz zählt dieser Anlass zu den Höhepunkten. Beim letzten EMF vor zehn Jahren in Montreux nahmen 556 Vereine mit rund 26’000 aktiven Musikantinnen teil. Sie lockten etwa 150’000 Zuschauerinnen und Zuschauer an.
Jeder Verein trägt ein Selbstwahlstück und ein Aufgabenstück vor und nimmt zudem an der Marschmusikparade teil. Das Selbstwahlstück wählen die Vereinsverantwortlichen – wie der Name sagt – entsprechend den Stärken ihres Korps aus. Die Aufgabenstücke hingegen werden vom Schweizerischen Blasmusikverband bestimmt: Für jede Besetzung (Harmonie oder Brass Band/Fanfare) sowie für jede Klasse (Höchstklasse, 1. bis 4. Klasse und Unterhaltungsmusik) wird eigens ein Werk komponiert. Dadurch sind die Voraussetzungen für alle gleich. Die Stücke werden den teilnehmenden Vereinen frühestens zehn Wochen vor dem EMF zugestellt.
Nicht nur die Musig Lenggenwil ist aktiv am Proben. Auch in Wattwil treffen sich knapp 60 Musikantinnen und Musikanten regelmässig. Sie stammen aus den Musikgesellschaften Harmonie Ebnat-Kappel, Wattwil und Lichtensteig. «Wir haben schon letztes Jahr an allen drei Orten einmal gemeinsam musiziert und halfen uns immer wieder aus. Im Hinblick aufs Eidgenössische haben wir uns zur Harmonie Mittleres Toggenburg Hamito zusammengeschlossen», erklärt Stefan Brändle, Dirigent der Musikgesellschaft Wattwil. Ob es eine gemeinsame Zukunft geben wird, glaubt Brändle nicht: «Es ist das erste Mal, dass wir etwas Grösseres zusammen machen, aber ich denke, dass jeder Verein eigenständig bleiben wird.»
Der 58-jährige Mosnanger ist in der Blasmusik verwurzelt: Von 1988 an leitete er während 27 Jahren die Musikgesellschaft Mosnang, in der er zuvor selbst Cornet gespielt hatte. Seit 2018 steht er am Dirigentenpult des Wattwiler Vereins. Auch auf eidgenössischer Bühne bringt er Erfahrung mit: 1991 in Lugano und 2011 in St. Gallen nahm er als Dirigent an einem Eidgenössischen Musikfest teil. Am diesjährigen EMF verantwortet Brändle das Selbstwahlstück. Das Aufgabenstück studiert Christoff Berger ein, Dirigent der Vereine aus Ebnat-Kappel und Lichtensteig. Für den Parademarsch ist Mario Karrer zuständig, Trompeter der MG Ebnat-Kappel.
Beide Dirigenten sind seit mehreren Jahrzehnten aktiv und haben schon an einigen Eidgenössischen Musikfesten teilgenommen. Sie sind jedoch keine Berufsmusiker, haben sich ihr Wissen an Kursen und durch Erfahrung angeeignet. Auf die Frage, was sich während der Jahre geändert hat, müssen weder Brändle noch Meienhofer lange studieren: das musikalische Niveau. Josef Meienhofer sagt: «Es wird viel mehr gefordert, die Kompositionen sind schwieriger als noch vor einigen Jahren.» Stefan Brändle ergänzt: «Die Ausbildung der Bläserinnen und Bläser ist professioneller geworden. Dies auch durch die Zusammenarbeit mit den Musikschulen.»
Brändle wie auch Meienhofer sind in intensiver Vorbereitung. Diese verlangt vor einem solchen Grossanlass mehr Zeit. Eine Investition, welche die Vereine musikalisch aber auch weiterbringe. Obwohl Stefan Brändle das Selbstwahlstück einstudiert – die Harmoniemusik Mittleres Toggenburg spielt «Songs from the Catskills» von Johan de Meij –, muss er das Aufgabenstück auch dirigieren können. Entsprechend hat er sich mit dem Aufgabenstück vertraut gemacht. Die Komposition für die Besetzung von Hamito (Harmonie, 3. Klasse) ist «Bouffonneries» von Benedikt Hayoz. Brändle sagt, dass der Verein mit beiden Stücken auf gutem Weg sei. «Wir haben noch zwei Wochen bis zum ersten Auftritt, dem Vorbereitungskonzert. Das bringen wir hin.»
Die Vorbereitung auf die Proben beginnt für Stefan Brändle jeweils mehrere Tage im Voraus. Aufnahmen aus den jüngsten Proben hätten bereits erste Erkenntnisse geliefert. Bei rund 60 Mitwirkenden sei es deutlich schwieriger als bei kleineren Formationen, eine saubere Artikulation (die Art, wie Töne gespielt werden) und Intonation (Reinheit der Töne) zu erreichen. Es mache aber auch mehr Spass, mit einem grösseren Korps zu musizieren.
Die Musig Lenggenwil spielt ebenfalls in der 3. Klasse, allerdings in der Besetzung Brass Band. Ihr Aufgabenstück ist «Cirque au Lac» von Manuel Renggli. «Es ist ein schönes Stück, aber für einen 3.-Klasse-Verein zu schwierig», sagt Josef Meienhofer. Auch er hat Probenaufnahmen gemacht: «Man kann es hören, aber es hat noch sehr viele Fehler.»
Meienhofer zeigt sich jedoch zuversichtlich. Er schätzt sich glücklich, auf sehr gute Musikantinnen und Musikanten zählen zu können. Nervös sei er bis jetzt nicht, vertraue darauf, dass es letztlich klappen werde. Allenfalls würden zusätzliche Register- oder Spezialproben angesetzt. Die Musik Lenggenwil ist ambitioniert: An Eidgenössischen Musikfesten erreichte sie 2006 und 2016 erste Plätze, strebte stets vordere Rangierungen an. Und dieses Mal? «Ich bin zufrieden, wenn wir in der ersten Hälfte platziert sind», sagt Meienhofer. Die Komposition fordert nicht nur die Musikantinnen und Musikanten, sondern auch ihren Dirigenten. Die vielen Takt- und Tempowechsel machen es Josef Meienhofer nicht einfach. Deshalb nimmt er sich auch intensiv Zeit für die Vorbereitung auf die Proben. «Ich beschäftige mich täglich etwa eine Stunde mit der Partitur, höre mich in das Stück hinein, arbeite mit dem Metronom und befasse mich mit der Dirigiertechnik.»
Ein konkretes Ziel setzt sich Stefan Brändle nicht. «Ich rechne mit nichts. Ein gutes Resultat wäre schön – entscheidend ist jedoch, dass die Teilnahme Freude macht und der Spass am Musizieren überwiegt.» Er freue sich jedenfalls auf das EMF. Auch bei Josef Meienhofer ist die Vorfreude gross: «Es ist etwas Spezielles.» Für ihn ganz besonders, dürfte er sich doch mit diesem Auftritt als wohl ältester Dirigent dieses Grossanlasses vom eidgenössischen Parkett verabschieden.
VorbereitungskonzerteDas Vorbereitungskonzert der Musig Lenggenwil findet am Samstag, 2. Mai, 19.40 Uhr, im Gemeindesaal Uzwil statt. Verschiedene Vereine aus der Region Uzwil-Flawil konzertieren zwischen 16.30 und 21 Uhr. Am Sonntag, 3. Mai, sind Hamito und die Vereine aus Bütschwil und Mosnang um 14 Uhr in Mosnang (Sonnenhaldenstrasse und anschliessend im Oberstufenzentrum) zu hören. emf26.ch.
Medienmitteilung
Musikgesellschaft Wattwil begeistert mit sommerlichen Platzkonzerten 2025
Wattwil – Die Musikgesellschaft Wattwil sorgt derzeit für musikalische Höhepunkte in den verschiedenen Ortsteilen der Gemeinde. Unter der Leitung von Dirigent Stefan Brändle zieht
das Ensemble durch die Quartiere und bringt mit ihren Ständchen nicht nur Musik, sondern auch Freude und Gemeinschaft in die Strassen.
Mit einem vielseitigen Repertoire, das von traditionellen Märschen bis hin zu bekannten
Melodien von Polo Hofer und Udo Jürgens reicht, zeigen die Musikerinnen und Musiker ihr
ganzes Können. Die Mischung aus Schweizer Kultsongs und internationalen Klassikern trifft den Nerv des Publikums.
Musik zum Anfassen
Die Platzkonzerte finden jeweils unter freiem Himmel statt und schaffen eine ungezwungene
Atmosphäre, in der die Musik direkt erlebbar wird. Besonders die Nähe zwischen Musikanten
und Publikum macht den besonderen Charme dieser Veranstaltungen aus.
Kulinarischer Ausklang
Nach dem musikalischen Teil lädt die Musikgesellschaft zu einem gemütlichen
Beisammensein ein. In der eigens betriebenen kleinen Festwirtschaft gibt es Erfrischungen
und Gelegenheit zum Austausch.
Die Platzkonzerte der Musikgesellschaft Wattwil sind mehr als nur musikalische
Darbietungen: Sie sind Ausdruck von lokalem Engagement, kultureller Vielfalt und
gelebter Nachbarschaft.
Medienmitteilung
Musikgesellschaft blickt auf ein erfolgreiches Vereinsjahr 2024/2025 zurück
Im Restaurant Drei Eidgenossen fand die Hauptversammlung der Musikgesellschaft Wattwil für das Vereinsjahr 2024/2025 statt. Das Co-Präsidium, bestehend aus Heinz Buri und
Angelo Cemin, begrüsste 23 aktive Vereinsmitglieder zur Versammlung und führte souverän durch die Traktandenliste.
Rückblick auf ein musikalisch intensives Jahr
Heinz Buri liess das vergangene Vereinsjahr Revue passieren und hob besonders die Quartierkonzerte hervor, die bei der Bevölkerung auf grosse Resonanz stiessen. Insgesamt
durfte die MG Wattwil im letzten Vereinsjahr? ihr Repertoire bei 14 Auftritten präsentieren – das Ergebnis von 40
intensiven Proben. Ein besonderes Augenmerk galt dem Kirchenkonzert im März, das für Dirigent
Stefan Brändle den musikalischen Höhepunkt darstellte. Das abwechslungsreiche Programm wurde vom Publikum mit grossem Applaus und einer grosszügigen Kollekte belohnt.
Nachwuchsförderung als Herzensprojekt
Ein zentrales Anliegen bleibt die Förderung junger Musikantinnen und Musikanten. Sechs
Jugendliche nutzen derzeit das Ausbildungsangebot an der Musikschule Toggenburg, das
vollständig durch die MG Wattwil finanziert wird. Damit setzt der Verein ein starkes Zeichen
für die musikalische Zukunft der Region.
Solide Finanzen und klare Ziele
Kassierin Patrizia Störi präsentierte ein erfreuliches Rechnungsergebnis.
Das neue Vereinsjahr steht ganz im Zeichen des Eidgenössischen Musikfestes in Biel –
Ein Grossanlass, auf den sich die Mitglieder zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen aus
Lichtensteig und Ebnat-Kappel mit viel Engagement vorbereiten.
Wahlen und Neuzugänge
Der Vorstand sowie die musikalische Leitung wurden einstimmig für ein weiteres Jahr bestätigt. Neu ins Amt gewählt wurde Urs Lenherr als Vize-Dirigent. Zudem durfte die Musikgesellschaft
drei neue Mitglieder in ihren Reihen willkommen heissen.
Die Hauptversammlung zeigte einmal mehr: Die MG Wattwil ist nicht nur musikalisch aktiv,
sondern auch organisatorisch bestens aufgestellt – mit einem klaren Blick in die Zukunft und einem starken Fundament in der Gemeinschaft.

Medienmitteilung 2025
Hans Hartmann 70 Jahre aktive Blasmusik
Hans Hartmann, geboren am 6. Mai 1936, kann auf eine langjährige und engagierte Karriere
zurückblicken. Seine musikalische Laufbahn begann er 1955 im Alter von beinahe 19 Jahren bei der Musikgesellschaft Alt St. Johann, wo er fünf Jahre aktiv mitwirkte.
Anschliessend führe ihn sein Weg an den Zürichsee zur Harmonie ‘Verena’ Stäfa, bevor er 1963 nach Wattwil, zurückkehrte. Die Musikgesellschaft Wattwil wurde fortan zum Mittelpunkt seiner musikalischen Tätigkeit. Über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahrzehnten ist Hans Hartmann dort nicht nur als Musiker tätig, sondern übernahm darüber hinaus vielfältige Aufgaben in der Vereinsführung.
Zwischen 1970 und 1978 stand Hans Hartmann dem Verein als Präsident vor und bekleidete zusätzlich in zwei Amtsperioden das Amt des Vize-Präsidenten sowie für fünf Jahre das des
Revisors.
Bis heute ist Hans Harmann als ES-Altsaxophonist ein aktives Mitglied der Musikgesellschaft Wattwil.
Für sein herausragendes Engagement wurde ihm nun die Auszeichnung als Eidgenössischer
Ehren-Jubilar für 70 Jahre aktive Blasmusik verliehen – eine Ehrung, die nur wenigen Musikern zuteilwird. Anlässlich dieses ausserordentlichen Jubiläums würdigten die Mitgliederinnen und Mitglieder der Musikgesellschaft Wattwil seine Verdienste im Rahmen einer feierlichen Anerkennung im Bistro Badi Wattwil.
Medienmitteilung 2026

















